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20.07.2011, 12:55

Groß- und Kleinschreibung bei email-Adressen

Nach nun vielen Jahren POWERGAP ist der erste Fall bekannt geworden, wo eine Bestell-Bestätigungs-eMail den Kunden nicht erreichte, weil dieser eine email-Adresse nutzte, die im sogenannten Local-Part (also alles vor dem @-Zeichen) Groß- und Kleinschreibung nutzte und der SMTP-Server seiner Domain so eingestellt ist, dass er zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheidet.

Es weiß kaum jemand, aber nach festgelegten Normen ist das tatsächlich zulässig. Siehe auch de.wikipedia.org/wiki/E-Mail-Adresse#Gro.C3.9F-_und_Kleinschreibung! Ist jedoch höchst unüblich. Besonders die ganz großen Provider unterscheiden zwischen hans.maiser@web.de und Hans.Maiser@web.de bewusst nicht! Denn daraus ergeben sich einfach zu viele Nachteile, da bei vielen Webformularen (wie auch in unserem Shopsystem) aus Großbuchstaben > Kleinbuchstaben gemacht werden im Hintergrund. Auch bei Datenbanken müssen Felder zunächst bewusst auf "cs" (case sensitive) gestellt werden, damit bei einer SQL-Abfrage Groß- und Kleinschreibung unterschieden würde.

Kommen wir zum Problem: Dieser Endkunde hat ja tatsächlich keine Bestätigungsemail für seine Bestellung aus diesem Grund bekommen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

a) wir passen das System an (sind nur 6 Skripte + die Einstellung der Datenbankfelder) und hans.maiser@web.de und Hans.Maiser@web.de wären ab dann 2 unterschiedliche Kunden.

b) wir belassen es so wie jetzt und würden uns eine Kundenbemerkung bei diesen äußerst seltenen Fällen machen und die relevanten eMails dann manuell versenden.

Nach ausgiebiger Prüfung haben wir uns für b) entschieden! Nicht aber weil es uns keine Arbeit kostet, sondern weil bei Variante a) ein noch viel größerer Nachteil lauert. Denn die meisten Menschen sind gewohnt Ihre Namen auf der Tastatur mit ersten Großbuchstaben zu schreiben. Ganz unbewusst.
Kann mich nicht mehr an das Jahr erinnern, aber irgendwann vor vielen Jahren haben wir in allen Shops sämtliche eMail-Adressen auf Kleinschreibung umgestellt, weil es zunehmend Probleme gab.
Würden wir auf Variante a) wechseln, so bedeutet es, dass wenn ein bestehender Kunde sich im Shop einloggen möchte mit Hans.Maiser@web.de, er abgewiesen wird, weil im Shop nur die kleingeschriebene Adresse bekannt ist! Der Kunde eröffnet also unbeabsichtigt einen neuen Kundenaccount, was zu sehr vielen unnötigen Doubletten im System führen würde.

Zweiter Nachteil wäre: Da den wenigsten Nutzern die theoretisch mögliche Unterscheidung zwischen hans.maiser@domain.de und Hans.Maiser@domain.de bewusst ist, würden vermutlich noch viel mehr Fälle auftreten, in denen Mails nicht ankommen würden. Denn den Usern ist meist kaum bekannt, ob deren Provider oder die SMTP-Server-Einstellung des Servers auf case-sensitive gestellt ist. Leute die unachtsam Großbuchstaben verwenden würden, würden wie in diesem Fall hier dann auch keine eMail bekommen. Sprich egal wie rum man das dreht, diese Fälle sind nicht zu vermeiden.

Die User darf man dafür nicht verurteilen. Die Übeltäter sind eigentlich die Serveradministratoren, die den SMTP-Dienst auf eben case-sensitive gestellt haben. Man kann die User aber darauf hinweisen. Denn die tun selber gut daran, wenn denen hans.maiser@domain.de und Hans.Maiser@domain.de geleichermaßen gehören würde.

Bei Fragen zu diesem Thema stehe ich Ihnen gern zu Verfügung.


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